Freiwilligenagenturen

hand-in-hand

Oder: Wie kollaboratives Konsumieren meinen guten Vorsatz retten könnte.

Ein schlechtes Gewissen kennt wohl jeder von uns. Eine Zeit des Jahres, in der viele schlechte Gewissen ohne Zweifel Hochkonjunktur haben ist Ende Januar und/oder Ende Dezember. Dann zeigt sich nämlich, was aus den an Silvester noch groß angekündigten guten Vorsätzen für das neue Jahr geworden ist. Die Bilanz ist meistens ernüchternd und wird gerne beschönigt, oder sogar konsequent geleugnet.

Während zwei der beliebtesten neuen Vorsätze wie `Ich will mehr Sport machen!` (ich bin sehr gern Karteileiche einer großen Fitnessstudiokette),oder `Ich will mit dem Rauchen aufhören!` (dafür müsste ich wohl erstmal damit anfangen) keine große Anziehung auf mich ausüben, so gibt es einen anderen Vorsatz, dessen alljährliche Nichteinhaltung bei mir immer wieder in einem schlechten Gewissen mündet. Er lautet: Ich will mich sozial engagieren!

Was hält mich eigentlich davon ab? Neben regelmäßigen Anfällen von akuter Unlust mich aufzuraffen, hindern mich vor allem Probleme in der praktischen Umsetzung. Fragen wie: Wen will ich unterstützen? Wie könnte ich jemandem helfen? Oder auch: Wie finde ich die passende Organisation/ Initiative?

Abhilfe schaffen könnten sogenannte Freiwilligenagenturen, ein Beispiel der gesellschaftlichen Entwicklung hin zum kollaborativen Konsumieren, welche Marcus Franke in seinem Text „Teilen, Tauschen, Schenken: eine neue Kultur des Konsums“ beschreibt. Demnach ist in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum jener Firmen und Initiativen zu verzeichnen, die auf Formen des Austausches und Teilens setzen. Basis und Motor ist dabei vor allem das Internet(vgl. Franken, 2013).

In Freiwilligenagentur werden Helfende an verschiedene soziale Initiativen aus vielfältigen Bereichen vermittelt. Klare Vorteile sind eine Zeitersparnis für beide Seiten, sowie eine gute Übersichtlichkeit des Angebotes für Suchende und die Förderung und Unterstützung von sozialem Engagement. Freiwilligenagenturen sind damit ein gutes Beispiel dafür, wie internetbasierte, gemeinschaftliche Projekte einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellen können.

Ein Blick auf die Website der Freiwilligenagentur Kreuzberg Friedrichshain könnte nun auch für mein Problem die Lösung bedeuten: Dort sucht unter anderem ein Familienzentrum Unterstützende für Schülerinnen in verschiedenen Schulfächern und ich habe das starke Gefühl, dass mein guter Vorsatz dieses Jahr eine echte Chance haben könnte.

 

Quellen:

Franken, Markus und Heinrich-Böll-Stiftung. 2013a.Teilen, Tauschen, Schenken: eine neue Kultur des Konsums. In: Bericht aus der Zukunft: wie der grüne Wandel funktioniert, 249-258. München: oekom.

Freiwilligenagentur Berlin Friedrichshain Kreuzberg, Aktuelle Angebote für Freiwillige: http://www.die-freiwilligenagentur.de/index.php?id=25 (zuletzt zugegriffen am 20.04.2014)

4 Gedanken zu “Freiwilligenagenturen

  1. charlotterieck schreibt:

    Liebe/r Autor/in,

    nachdem ich diesen Post gelesen habe, habe ich zuerst einmal selber nach Website der Freiwilligenagentur Friedrichshain-Kreuzberg gesucht. Über einen direkten Link hätte ich sie vielleicht noch schneller gefunden, aber auch so war es kein Problem. Mein Interesse ist auf jeden Fall geweckt und wie du selbst gesagt hast, ist der ausschlaggebende Punkt für fehlendes soziales Engagement ja oft nicht die nicht vorhandene Motivation, sondern vielmehr das Problem der praktischen Umsetzung. Über diese Agenturen scheint alles etwas einfacher zu organisieren zu sein. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert! 🙂

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    • kimrabensdorf schreibt:

      Liebe Charlotte,

      eigentlich hatte ich im Quellenverzeichnis meines Beitrags einen direkten Link angegeben. Gab es da beim Anklicken bei dir Probleme?

      Liebe Grüße
      Kim

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  2. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich diese Möglichkeit noch nicht kannte. Daher kann ich über deinen Beitrag sagen, dass er für Unwissende wie mich sehr aufschlussreich ist. Er bietet einen knappen Einblick, was solch eine Agentur ist und bindet den Leser von Anfang an in das Gefühl des -guten Vorsatz haben und helfen wollens- mit ein. Man hätte vielleicht noch eine Testsuche bei der Agentur vornehmen und diese kurz schildern können, aber ich weiß nicht, ob dies ohne weiteres, also z.B. eine Anmeldung möglich ist.

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