Alles hat ein Ende… Oder doch nicht?

Das Semester neigt sich dem Ende zu und somit auch dieser Kurs. Zuvor war mir nie wirklich bewusst wie präsent und stetig wachsend das Thema Collaborative Consumption doch ist. Das bemerkenswerteste für mich an diesem Kurs war das Zusammenspiel von Theorie und Praxis. Mein erster Beitrag zu diesem Blog war über das Konzept des Unternehmens Airbnb. Wie die Kommentare zu meinem Post zeigen, war ich anscheinend auch nicht der einzige, der an dem Thema interessiert war, denn diese Art von Collaborative Consumption lässt viele Fragen der Möglichkeiten und Rechte offen. Um dem ganzen auf den Grund zu gehen, sind wir direkt auch in die wichtige Theorie eingestiegen. Angefangen mit Yochai Benkler und der vernetzten Informationswirtschaft. Weiter über Rachel Botsman und ihrer Theorie zur Entwicklung von Kollaborativem Konsums. Hinzu zu der eigentlich wirklichen Macht des Internets und des Collaborative Consumption, was durch die kleine Swimmy Anekdote sehr gut veranschaulicht wird.

Natürlich bringt jede noch so großartige Idee Skepsis und Kritik mit sich. Wer ist in diesem Fall der Leittragende des Kollaborativem Konsums. Welche Schattenseiten gibt es? Was ist mit der Sicherheit der persönlichen Rechte im Netz?

All diese Punkte haben meines Erachtens diesen Kurs gut abgerundet und aus meiner Sicht das Mysterium Kollaborativer Konsum gut aufgeklärt. Um die Frage in meiner Einführung zu beantworten. Ja, es hat sich definitiv gelohnt. Dieser Kurs brachte neuen Wind in den Studienalltag. Als KulturwissenschafterIn/LinguistIn ist man gezwungen sich mit Medien und aktuelle Geschehnisse auszukennen. Hier also großes Lob an die Vielfalt der Themen und die Praxisnähe. Des Weiteren war der Schreibstil ein großer Anreiz. Als Autor ist es wichtig unterschiedlich schreiben zu können und seinen Leser abzuholen. Ich denke hiermit kann ich ein Häckchen hinter dem Blogstil setzen und ohne vorher daran gedacht zu haben, ist in mir sogar die Idee aufgekommen vielleicht einen eigenen Blog zu starten. Denn laut Sascha Lobo ist momentan ein Blog die sicherste Plattform im Internet. Sei es Facebook, Twitter oder andere soziale Plattformen, aber auf keinem ist man so frei wie auf seinem eigenen Blog.

In diesem Sinne Vielen Dank an den Kurs und viel Spass an all die zukünftigen BloggerInnen.

Zusammenspiel von Innovation und Urheberrecht nach Lessig

Lessigs These: „Das gegenwärtige Urheberrecht verhindert die Innovation, die das Internet in seiner ursprünglichen Form geschaffen hat.“ (S.150)

Lawrence Lessig ist ein US amerikanischer Staatsbürger, der am 3.Juni 2061 in South Dakota geboren wurde. Er ist als Professor für Rechtswissenschaften an der Harvard Law School tätig. Seine Spezialisierung ist das amerikanische Urheberrecht.

Mit seiner These will er die jetzige Urheberrechtssituation kritisieren und verdeutlichen, dass sie veraltet und kontra-produktiv ist. Das Urheberrecht wie es jetzt existiert stammt aus einer Zeit analoger Innovationen. Gar keine Frage, dass Künstler, Autoren oder Softwareentwickler und dessen Kreativität und Innovation geschützt werden müssen, jedoch um welchen Preis.

Laut Lessig ist nicht der urheberrechtliche Schutz von Rechten das Problem, sondern eher die Gefahr der perfekten Kontrolle dadurch. Sowie das Internet neu entstand müssen auch neue Gesetze für das Urheberrecht entstehen. Ein ganz entscheidender Punkt für Lessig sind die Commons (Allmende), die für alle und jeden/jeder frei verfügbar sind. Aus diesem Grund gründete er zusammen mit dem ebenfalls gegenwärtigen Copyright Kritiker Eric Eldred die Initiative Creative Commons (CC). Die Idee und das Ziel dahinter ist, dass der Urheber in der Lage ist selbst zu entscheiden wie er sein Werk schützen will. Dazu wurden sechs verschiedene CC-Lizenzen kreiert. (siehe Bild)

Sicherlich ist damit noch nicht das Problem gelöst, doch es mag ein Schritt in die Zukunft sein, die Kreativiät wieder etwas freier werden lässt.

 

 

Quellen:

Funke, Stefanie. 2012. Kapitel 11 The Future Of Ideas (Lawrence Lessig). In: Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle, hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer, 149–161. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos-Verl.

Perspektivwechsel

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Entnommen von :https://linksunten.indymedia.org/de/system/files/images/1838583224.jpg (letzter Zugriff am 14.07.2014)

Vor genau 83 Tagen, also 1992 Stunden, habe ich diesen Blog mit meinem ersten eigenen Beitrag zum Thema Freiwilligenagenturen versehen. Vielleicht erinnert ihr euch: Es ging darum meine guten Vorsätze zu retten und mich sozial zu engagieren. An Freiwilligenagenturen gefiel mir damals, dass sie Helfer_innen schnell und direkt an Menschen vermitteln, die Hilfe benötigen. Von dieser Möglichkeit bin ich auch jetzt noch begeistert, auch wenn ich sie bisher noch immer nicht in Anspruch genommen habe. Die Beschäftigung mit Kollaboration im Internet in den vergangenen Wochen hat mich jedoch mit noch weitergehenden Impulsen und Perspektiven versorgt.
Begonnen hatte alles mit der Information, dass sich hinter dem Fachbegriff der Collaborative Consumption ein gesellschaftliches Phänomen verbirgt, das vor kaum einem Bereich unseres Lebens Halt macht. Die auf dem Blog vorgestellten Praxisbeispiele haben verdeutlicht: Wir fahren mit Airbnb in den Urlaub und/ oder schlafen bei fremden Menschen auf der Couch. Unsere freie Zeit verbringen wir mit dem Erstellen von Wikipedia Einträgen oder verdienen Geld dazu als Klickworker. Projekte, die unser Herz berühren finanzieren wir durch Crowdfunding, alles bequem von zu Hause aus, auf einem mit Open Source Betriebssystem versehenen Computer. Verschlägt es uns nach draußen, so nutzen wir geteilte oder geliehene Autos und Fahrräder und zum Baumarkt geht es nur noch selten, denn Bohrmaschinen werden in der Nachbarschaft lokalisiert und entliehen.

In einem weiteren Schritt, ging es dann von der Praxis zur Theorie: Ob Yochai Benkler die Chancen der vernetzten Informationswirtschaft lobt, Rachel Botsman die Entwicklung der Collaborative Consumption skizziert, oder Jeremy Rifkin durch kollektives Handeln die Energieversorgung revolutionieren will: Kollaboratives Konsumieren beschäftigt längst die Wissenschaftler. Zudem wissen spätestens nach der Geschichte von Swimmy dem Fisch, wie kraftvoll unser internetbasierte Schwarm ist und welches Potential er entfesselt

Aber auch kritische Stimmen fanden in unserem Seminar Gehör. Wie sollen persönliche Rechte im Internet umgesetzt und geschützt werden? Wie finanziert man eigentlich all die kostenlosen Angebote im WWW? Wer finanziert den Lebensunterhalt derer, die ihre Arbeitsleistung kostenlos zur Verfügung stellen? Gerade die letzte Frage bringt mich gedanklich zurück zu den Freiwilligenagenturen. Als (potentielle) Helferin habe ich bisher lediglich darüber nachgedacht, wie ich die passende Initiative finde. Nun richtet sich mein Blick jedoch auf den Mittler, die Agentur selbst. Wie oft haben wir im Kurs darüber diskutiert, wie die Programmierer von Open Source Projekten ihre Miete zahlen sollen. Vergessen tun wir dabei vielleicht häufig, wie viele sozial engagierte Menschen in gemeinnützigen Projekten mit dieser Frage tagtäglich konfrontiert sind (und schon immer waren).

Die Hoffnung, die sich bei mir persönlich aus den neuen Kenntnissen über kollaboratives Konsumieren ergibt, ist dass der gesellschaftliche Wandel auch für gemeinnützige Projekte einen großen Vorteil bieten wird. Dass der Fokus sich weiter vom Eigennutz, auf das Wohl Aller verschiebt. Das Internet schafft nicht nur neue Formen der Vermittlung, es ermöglicht auch Finanzierungsformen wie Crowdfundig und kann die Arbeit eines Einzelnen auf die Schulter vieler (kleiner) Helfer verteilen. Sich sozial zu engagieren wird so nicht nur immer leichter und sogar von zu Hause möglich, es kann auch größere gesellschaftliche Gruppen erreichen und mobilisieren. Bei aller Kritik, neuen Herausforderungen und der geschaffenen Komplexität kollaborativer Strukturen möchte ich gerne daran glauben, dass internetbasiertes, kollektives Handeln soziale Gerechtigkeit unterstützt und fördert, weil jeder von uns an der richtigen Stelle ein bisschen mithilft.

Ein Resümee

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Wie so oft, wenn man ein Resümee zieht, geht man gern nochmal zurück an den Anfang. Man betrachtet den Ausgangspunkt. Mein Ausgangspunkt ist mein Erster Blogbeitrag über den Coworking Space in der Weserstraße. Dieser Ort war mir schon vorher bekannt – als Bude, in der Menschen wie gebannt vor Ihren Macbooks sitzen und Kaffee trinken. Nett dachte ich, aber geht auch eigentlich zu Hause. Eben nicht, weiß ich jetzt nach unserem Seminar und meiner persönlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema. Es ist ein Modell, das sich großer Beliebtheit erfreut und die Städte erobert. Eine kollektive Bewältigungsstrategie, die als Antwort auf die Herausforderungen der „neuen Selbstständigen“ zu betrachten ist.1 Tatsächlich ist es sogar so, dass ich mich mit Gedanken über meinen eigenen zukünftigen Arbeitsplatz beschäftige und mir die Frage stelle, ob er dem eines CoworkinSpaces ähneln könnte. An dieser Stelle möchte ich hervorheben, dass mir der Zukunftsgerichtete Blick des Seminars sehr gefallen hat. Schlicht und ergreifend Wirklichkeitsnah und top Aktuell. Durch die angenehme Teilnehmerzahl konnte eine fruchtbare Diskussion entstehen. Gemeinsam wurden Pro und Contra ausgetauscht und an guten Argumenten hat es nicht gefehlt. Dazu fällt mir zum Beispiel die Diskussion um die “Weisheit der vielen “ und dem damit verbundenen Wegfall von Arbeitsplätzen oder gar ganzen Branchen, ein. Aber auch die Frage, ob es sich bei Coworking um eine soziale Bewegung handelt erfreute sich regem Austausch.
Das Bloggen war für mich eine absolut neue Erfahrung. Ich habe den Eindruck, dass es nicht nur mir sehr zugesagt hat, sich mal etwas außerhalb des festen Rahmes wissenschaftlichen Arbeitens auszuprobieren. Das ermöglichte eine gewisse Freiheit. Und die Blogeinträge die ich gelesen habe, haben mich stets sowohl unterhalten als auch informiert.Da wir selbst online aktiv gewesen sind, hätte ich mir einen kleinen Exkurs zum Thema  Online-Sicherheit gewünscht. Wobei sich die Frage stellt, ob es mit einem groben Einblick getan wäre.
Zusammenfassend kann ich nur sagen, ich bin neugierig auf das was kommt. Was sich von Jeremy Rifkins Ideen bezüglich der dritten industriellen Revolution bewahrheitet, sollten wir in ferner Zukunft tatsächlich auf Autos verzichten können und ob Bohrmaschinen teilen zu einer sozialen Bewegung wird.
Es war mir eine Freude.

 

 

Quellen:

Bildquelle: socialcommunitybanking.files.wordpress.com

1 Merkel, Oppen: Coworking Spaces: „Die (Re-) Organisation kreativer Arbeit.“ WZBrief Arbeit, 16.06.2013.

Vom Teilen und Tauschen

Persönlich war ich bisher auf kollaborativen Plattformen nicht sonderlich aktiv. Ich habe einmal Konzertkarten über Ebay Kleinanzeigen verkauft, hatte von Kleiderkreisel und Couchsurfing zwar schon gehört, mich jedoch nicht weiter mit diesem Thema auseinandergesetzt. Durch das Seminar und der Beschäftigung auch mit dem wirtschaftlichen Konzept welches dahinter steht, wurde schnell klar, dass kollaborative Plattformen in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens präsent sind. Ob privat oder beruflich, der Austausch von Gütern ist allgegenwärtig, seien es nun reelle Güter, wie Kleidung, Bücher, oder eine Bohrmaschine, oder die Verbreitung von Daten, Gedankengut und Wissen bis hin zur gemeinschaftlichen Nutzung eines Fahrzeuges oder das Teilen eines Arbeitsplatzes.

Die Theorien über das Aufkommen des gemeinschaftlichen Konsums (Botsman) und über die sich neu formende Gesellschaft hin zur Wissensgesellschaft (Kajetzke, Engelhardt) waren sehr vielseitig und veranschaulichten diese Entwicklungen. Ich habe einen umfangreichen und sehr interessanten Einblick in die Strukturen dieses modernen Wirtschaftszweiges erhalten.

Bezugnehmend auf meinen ersten Blogeintrag zur Dropbox und der hier auftretenden Problematik des Datenschutzes – schließlich kann man nie wissen, wer am anderen Ende die Daten herunterlädt – bietet meiner Ansicht nach, Lessigs Lösungsvorschlag der CreativeCommons Lizenz eine brauchbare Alternative. Denn dabei kann jeder Urheber selbst aus unterschiedlich begrenzten Bearbeitungs-, Verbreitungs- und Nutzungsmöglichkeiten einer Lizenz auswählen, welche für die eigene Arbeit greifen sollen.

Abschließend kann man sagen, dass der gemeinschaftliche Konsum, jeder/m die Freiheit lässt, sich nach eigenem Ermessen einzubringen. Der/die Einzelne kann von der Gemeinschaft profitieren, ohne dabei die eigene Individualität einschränken zu müssen. Das Seminar hat auf jeden Fall meinen Blick für diese Thematik erweitert, und mir die Vorteile des Tausch-Teilen-Konzepts vor Augen geführt.

Soziale Informationsproduktion oder der Glaube an die Fische

 

In meinem ersten Blogeintrag, habe ich mich mit Yochai Benklers Theorien zur vernetzen Informationswirtschaft beschäftigt. Zentral waren damals die von Tilo Schmaltz dargestellten Kosten- und Effizienzrechnungen zur digitalen Informationsproduktion.

Wenig greifbar, denke ich mir jetzt im Nachhinein.

Aber vielleicht kann ich es nun anders wiedergeben oder sogar besser, mit Hilfe von Swimmy und Rachel Botsman, die deutlich pragmatischer sind und in mir durchgehend beim Lesen Bilder zeichnen. Denn was mache ich als Peer-Produzentin, wenn ich beispielsweise ein Sternenbild einordne oder auf Wheelmap.org eintrage, dass das Café Charlotte zwar ebenerdig ist, jedoch der Gang zur Toilette viel zu schmal für jemanden mit Handicap? Ich erbringe eine einzelne kleine Leistung, wie es Lobo und Passing sagen würden (Lobo/Passing 2013:141) oder ich schaffe einen gemeinnützigen Wert, frei nach Botsman zitiert (vgl. Botsman/Rogers 2010:91). Weg von den Zahlen und hin zum Leben, denn das zeigt, dass nicht alles in einer Tragödie enden muss – vorallem nicht unsere digitale Vernetzung.

Die kollaborative Wissensproduktions ist effizient, dies beweist nicht nur Schmaltz, sondern auch Botsman und Rogers, die den sozialen Aspekt der Gemeinschaft nicht aus den Augen verlieren und immer wieder zeigen wie gut wir doch Tauschen, Teilen und Schenken können.

Den Glauben an die Gemeinschaft dürfen wir nicht verlieren, besonders nicht wenn die Wheelmap Benklers Kostenrechnung bestanden hat. Letztendlich sind wir Swimmy, solange wir zusammen kollaborieren und uns das Internet vernetzt sind wir stark und allwissend und überzeugend und effizient und nachhaltig und offen und erfolgreich und, und, und…

 

 

 

Quellen:

Botsman, Rachel und Roo Rogers. 2011a. Introduction: What’s Mine Is Yours. In: What’s Mine Is Yours: The Rise of Collaborative Consumption, ix-xxii. London: Collins

Passing, Kathrin und Lobo, Sascha (2012): Internet – Segen oder Fluch. Kapitel 9: Generation Swimmy. Kollektive und Kollaborationen. In: Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn.

Schmaltz, Tilo. 2012. Kapitel 13 Vernetzte Informationsgesellschaft (Yochai Benkler). In: Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle, hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer, 174–181. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos-Verl.

Bild:

http://www.shareable.net/sites/default/files/styles/blog-header-large/public/blog/top-image/collaborative_consumption.jpg?itok=YmGgVO_6

Best Practice. Teilnehmende als Prosumenten – Ein Resümee.

Wir haben Wissen produziert und konsumiert. Nun, sollte das nicht eigentlich in jedem Seminar das Ziel sein ?

Ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass ein nicht unerheblicher Teil der Studierenden die Texte, über die selbst referiert wird, viel intensiver lesen, als die übrigen. Man hat ein Seminar, hält ein Referat, diskutiert je nach Lust, Laune und Kenntnisstand mit und lässt sich die restliche Zeit berieseln. Die Produktion und Rezeption einzelner Texte in Form von Blogposts in „Zusammen ist man weniger alleine – Kollaboration und Internet“ schafft dagegen eine gute Abhilfe. Zum einen liest man wirklich alle (!) Texte intensiv, zum anderen erfährt man auch mehr Ansichten von Mitstudierenden, die unter Umständen mündlich weniger stark sind. Ein großer Pluspunkt für dieses Seminar, das den Titel des Seminars auch gleich zur Lehrmethode macht. Eine vergleichsweise kleine Anzahl von Teilnehmenden, die motiviert und engagiert sind, vor allem Donnerstags zwischen 18.00 und 24.00 Uhr, schaffte eine angenehme Lernatmosphäre weg vom Frontalunterricht. Gegenseitiges Feedback sowie konstruktive Kritik, nehme ich als positive Erkenntnis aus diesem Seminar mit.

Inhaltlich gut gegliedert, bot das Seminar einen guten Überblick, über die verschiedenen wissenschaftlichen Theorien, die die Soziologie im Hinblick vor allem auf das Arbeiten im und mit dem Internet hat. Leider kann ich mir gut vorstellen, dass einige der Teilnehmer das Wort „Co-Working“ erstmal eine Weile nicht mehr hören wollen.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass mit der Praxisbezug der einzelnen Themen – wie beispielsweise Carsharing, CoWorking Spaces oder gemeinsamen Konsum – sehr zugetan war. In vielen Veranstaltung an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Viadrina fehlt eben genau dieses „und, was fang‘ ich jetzt mit diesem Wissen an ?“.
Hingerissen zwischen dem Idealismus und der herrschenden Realität der einzelnen Ideen des Kurses, sage ich „Thanks For Sharing“.

Paradigmenwechsel laut Benkler-Die Information-

Pradigmenwechsel laut Benkler, so hieß der Titel meines ersten Blogeintrags.

In diesem Artikel habe ich den Paradigmenwechsel versucht zu beschreiben, der sich unter anderem durch den Vergleich von damaliger und heutiger Informationsproduktion erkennbar macht.
Wichtig war es mir in diesem Post klarzustellen, dass die heutige Informationsproduktion sich immer mehr von der industriell hergestellten Masseninformation entfernt und unabhängig macht.
Informationsproduktion ist heutzutage dank seiner durch das Internet ermöglichten Vernetzung individueller, freier teils transparenter.
Jedoch ist diese auch fehlerhafter aufgrund der unkontrollierbaren Massen an Beiträgen, die nicht alle auf ihre Richtigkeit geprüft werden können.
So erwähnt auch Kathrin Passig und Sascha Lobo in ihrem Buch Internet-Segen oder Fluch über die Weisheit der Vielen.
Die Vielen sind die Freiwilligen, besser gesagt die unbezahlten Freiwilligen, welche die Arbeit verrichten die zuvor von bezahlten Fachleuten erledigt wurden.
Motivation für die unzähligen freiwilligen Mitarbeiter ist Interesse am Thema, Spaß und der der Wunsch sich nützlich zu machen. Dieses von freiwilligen geschaffene Netzwerk ermöglicht den Nutzern freien unverbindlichen, schnellen Zugriff auf alle erdenklichen Informationen. Der Wandel der durch diese Vernetzung mit einhergeht, ist zum einem, dass die Weisheit des einen durch die Weisheit der Vielen ersetzt wird was zur Folge hat, dass viele Menschen in kurzer Zeit viel mehr Informationen sammeln können und sich gegenseitig informieren und korrigieren können, als ein Einzelner je in der Lage wäre.
Der zwischenmenschliche Austausch wird durch die Weisheit der Vielen, welche sich durch die Möglichkeiten die das Internet bieten, gebündelt.
So kann man das Eigentum „Information“ auch sehr gut auf den von Markus Franken verfassten Text „Teilen, Tauschen, Schenken“ beziehen indem er über die „Welle“ unserer Zeit spricht die uns alle zu mutigen Tauschenden und Teilenden macht.
Er beschreibt in seiner Arbeit, eine immerfort zunehmende Einstellung der Nutzer gegen unnötiges Privateigentum aber für nützliches geteiltes Eigentum und den Kreislauf des geben und Nehmens, Schenkens, Teilens und Tauschens.
Im Kontext der Informationsproduktion ist diese Grundeinstellung die sich zunehmend in den Köpfen der Leute manifestiert ausschlaggebend und absolut förderlich für den stattfindenden Paradigmenwechsel.

Um noch einmal die in meinem ersten Blogeintrag gestellte Frag aufzuholen: Ist Information nicht gleich Information?

Nein eindeutig nicht. Information ist abhängig von den Voraussetzungen der Informationsproduktion, bezogen auf Mitarbeiter, Kosten oder dementsprechend keine Kosten. Vor allem heutzutage in der unsere Gesellschaft sich bereits so sehr an die kostenlosen Informationen gewöhnt hat muss dieser Markt Rahmenbedingungen schaffen, damit unsere Informationen nicht an Wert verlieren, geistiges Eigentum geschützt und auch finanziell gewinnbringend sein könnte.
Das Seminar hat mein Bewusstsein geweckt für den derzeit gesellschaftlich stattfindenden Wandel.
Ich persönlich habe das Gefühl, dass dieser Wandel und die Möglichkeiten die durch ihn sich eröffnen absolut bereichernd sind für die Entwicklung des Individuums.

 

Quellen:
-Schmaltz, Tilo. 2012. Kapitel 13 Vernetzte Informationsgesellschaft (Yochai Benkler). In: Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle, hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer, S. 174-181. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos-Verlag

-Lobo, Sascha und Kathrin Passig. 2013. Generation Swimmy: Kollektive und Kollaborationen. In: Internet: Segen oder Fluch, 138-151. Bonn.

-Franken, Markus „Teilen, Tauschen, Schenken: Eine neue Kultur des Konsums“ (S. 249)

http://www.everyday-feng-shui.de/feng-shui-news/wp-content/uploads/2012/05/paradigmenwechsel2.png

 

„Collaborative Consumption“ und alles was dazu gehört

In meinem ersten Beitrag beschäftigte ich mich mit Rachel Botsmans und Roo Rogers Theorie der „Collaborative Consumption“. Dabei handelt es sich um eine neue Form des Konsums, in dem Teilen und Tauschen gegenüber Profitmaximierung und starrem Besitzdenken dominieren. Eine „Revolution der Kollaboration“1 sei laut Botsman und Rogers im Gange, die letztendlich durch das Internet erst entstehen konnte. „Kollaborativer Konsum“ schließt nicht nur das Tauschen und Teilen von Waren mit ein, sondern auch von Dienstleistungen – Wissen, Zeit und Können.2 Während dies ursprünglich nur auf der regionalen Ebene stattfand, so ermögliche das Internet nun einen weltweiten Austausch indem es dazu beitrage, Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Hintergründen miteinander zu verbinden. Als Beispiel zog ich die vor kurzem von dem Niederländer Michel Visser gegründete Plattform „konnektid“ heran, auf der Menschen statt Objekten, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen für andere zur Verfügung stellen können.3

Der Konsumbegriff wird dadurch geradezu revolutioniert. Er bezeichnet nicht ein einseitiges, sondern ein wechselseitiges Geben und Nehmen in dem sich von der klassischen „top-down“ Struktur entfernt wird. Konsum bezeichnet damit nicht mehr nur den bloßen Verbrauch einer Ware oder Dienstleistung, sondern schließt auch Modifikationen, Verbesserungen und Verbreitung durch die Verbraucher_innen ein, wodurch eine gemeinschaftliche Produktion entsteht. Zudem wird die „Währung“ eine andere – dabei spielen diverse Motivationen eine Rolle, die nicht ausschließlich auf materiellen Gewinn ausgerichtet sind.

Im Seminar haben wir uns dieser Thematik in unterschiedlicher Weise genähert. Im Artikel „Generation Swimmy“ von Sascha Lobo und Kathrin Passig ging es um die „Weisheit der Vielen“ und die Frage, was passiert wenn individueller Einzelkampf mit gemeinschaftlichem Handeln zu einem Gruppenziel ersetzt wird. Auch wenn Gruppeninteraktionen nicht als per se besser bezeichnet werden können, so kommen Lobo und Passig dennoch zu dem Schluss, dass ein einzelner Fisch in einem Schwarm durchaus effektivere Ergebnisse erzielen kann als allein.4 Im Artikel „Wikinomics“ werden zwei Aspekte identifiziert, die eine „Massenkollaboration bisher unbekannten Ausmaßes“5 ermöglichen: Die Anzahl der Menschen im Netz, sowie das Wissen und Know-How, das zentral an einem Ort gebündelt werden kann. Die Autoren Tapscott und Williams sowie Benkler, bezeichnen die gemeinschaftliche Zusammenarbeit im Netz als „Peer Production“. Dabei wird davon ausgegangen, dass „Peer Production“ dazu beiträgt, klassische Hierarchien aufzulösen. Dadurch könne den Beteiligten mehr Spielraum gewährt werden, wodurch sie wiederum mehr im Interesse des Gemeinwohls handeln würden.6 Auch im Zusammenhang mit Urheberrechten haben wir uns dem Thema genähert. So fordert Lawrence Lessig in „The Future of Ideas“ eine Überarbeitung des bestehenden Urheberrechtssystems, das seiner Meinung nach den freien, kreativen Fluss von gemeinschaftlichen Produktionen im Netz behindere.7 „Creative Commons“, bei denen die Urheber_innen selbst entscheiden können, ob und in welcher Weise ihre Werke weiter genutzt werden, könnten die bestehenden Beschränkungen vermindern und somit einen größeren Raum für gemeinschaftliche Werkproduktion und -verbreitung schaffen.8

Gewissermaßen beschreiben die Begriffe „Collaborative Consumption“ , „Peer Production“ „Weisheit der Vielen“ und „Creative Commons“ ein und dieselbe Idee: Das Internet birgt durch vielfältige Partizipationsmöglichkeiten einer Masse von Nutzern das Potential, kooperative Zusammenarbeit zu etablieren und zu fördern. Dabei handelt es sich oftmals um eine Form der Kooperation, die nicht von individuellem Profitstreben dominiert wird. Die im Seminar behandelten Beispiele wie „Car Sharing“, „Crowd Funding“, „Co – Working“ „Open Source“ oder „Wikipedia“ vermittelten einen Einblick in die Welt der „Collaborative Consumption“, die dem Konsumbegriff völlig neue Grenzen setzt.

Quellen:

1 Botsman, Rachel und Roo Rogers: „The Rise of Collaborative Consumption“. In: „What´s Mine is Yours: The Rise of Collaborative Consumption.“ London: Collins, 2011, S. 69.

2Vgl. Ebd., S. 70.

3Vgl. Collaborative Consumption. Sharing reinvented through technology. Harmen van Sprang: „Collaborative pioneer: Inside interview with Michel Visser, Founder at Konnektid.“ 15. 04. 2014, URL: (http://www.collaborativeconsumption.com/2014/04/15/collaborative-pioneer-inside-interview-with-michel-visser-founder-at-konnektid/), letzter Zugriff: 15.05.2014.

4Vgl. Lobo,Sascha, Passig,Kathrin: „Internet. Segen oder Fluch.“ Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2012, S. 150.

5Kain, Alexander: „Kapitel 12 Wikinomics (Don Tapscott, Anthony D. Williams) In: Social Media Handbuch: Theorien Methoden, Modelle. Hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildauer, 2. Auflage, Baden Baden, 2012, S. 163.

6Vgl. Ebd., S. 163f.

7Vgl. Funke, Stefanie: „Kapitel 11 The Future of Ideas (Lawrence Lessig). In: Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle. Hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildauer, 2. Auflage, Baden Baden, 2012, S. 149

8Vgl. Ebd., S. 140