Ein Resümee

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Wie so oft, wenn man ein Resümee zieht, geht man gern nochmal zurück an den Anfang. Man betrachtet den Ausgangspunkt. Mein Ausgangspunkt ist mein Erster Blogbeitrag über den Coworking Space in der Weserstraße. Dieser Ort war mir schon vorher bekannt – als Bude, in der Menschen wie gebannt vor Ihren Macbooks sitzen und Kaffee trinken. Nett dachte ich, aber geht auch eigentlich zu Hause. Eben nicht, weiß ich jetzt nach unserem Seminar und meiner persönlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema. Es ist ein Modell, das sich großer Beliebtheit erfreut und die Städte erobert. Eine kollektive Bewältigungsstrategie, die als Antwort auf die Herausforderungen der „neuen Selbstständigen“ zu betrachten ist.1 Tatsächlich ist es sogar so, dass ich mich mit Gedanken über meinen eigenen zukünftigen Arbeitsplatz beschäftige und mir die Frage stelle, ob er dem eines CoworkinSpaces ähneln könnte. An dieser Stelle möchte ich hervorheben, dass mir der Zukunftsgerichtete Blick des Seminars sehr gefallen hat. Schlicht und ergreifend Wirklichkeitsnah und top Aktuell. Durch die angenehme Teilnehmerzahl konnte eine fruchtbare Diskussion entstehen. Gemeinsam wurden Pro und Contra ausgetauscht und an guten Argumenten hat es nicht gefehlt. Dazu fällt mir zum Beispiel die Diskussion um die “Weisheit der vielen “ und dem damit verbundenen Wegfall von Arbeitsplätzen oder gar ganzen Branchen, ein. Aber auch die Frage, ob es sich bei Coworking um eine soziale Bewegung handelt erfreute sich regem Austausch.
Das Bloggen war für mich eine absolut neue Erfahrung. Ich habe den Eindruck, dass es nicht nur mir sehr zugesagt hat, sich mal etwas außerhalb des festen Rahmes wissenschaftlichen Arbeitens auszuprobieren. Das ermöglichte eine gewisse Freiheit. Und die Blogeinträge die ich gelesen habe, haben mich stets sowohl unterhalten als auch informiert.Da wir selbst online aktiv gewesen sind, hätte ich mir einen kleinen Exkurs zum Thema  Online-Sicherheit gewünscht. Wobei sich die Frage stellt, ob es mit einem groben Einblick getan wäre.
Zusammenfassend kann ich nur sagen, ich bin neugierig auf das was kommt. Was sich von Jeremy Rifkins Ideen bezüglich der dritten industriellen Revolution bewahrheitet, sollten wir in ferner Zukunft tatsächlich auf Autos verzichten können und ob Bohrmaschinen teilen zu einer sozialen Bewegung wird.
Es war mir eine Freude.

 

 

Quellen:

Bildquelle: socialcommunitybanking.files.wordpress.com

1 Merkel, Oppen: Coworking Spaces: „Die (Re-) Organisation kreativer Arbeit.“ WZBrief Arbeit, 16.06.2013.

Lawrence Lessig lässt hoffen…

         …CC- Ein Entwurf für die Zukunft

 

 

Wir alle sehen uns im Laufe unserer Tage mit Problemen und Hindernissen konfrontiert. Diese bedürfen einer Lösung, da sie uns andernfalls in unserer Entwickelung behindern.
Lawrence Lessig, Professor und angesehener Verfassungsrechtler ist auf ein solches Problem gestoßen. Er beobachtet eine drohende Gefahr für unser zukünftiges Allgemeingut, ausgehend vom derzeitigen Urheberrecht.         Dieses “ verhindert die Innovationen, die das Internet in seiner ursprünglichen Form geschaffen hat […]. „(1) Betrachtet man die Tatsache, dass wir uns inmitten des digitalen Zeitalters befinden und unsere Rolle im Internet, sich vom reinen Konsumenten zum Prosumenten entwickelt hat, muss man Lessing und seine Bedenken sehr Ernst nehmen. Ebenso seine Zweifel an der Freiheit der Gesellschaft, denn diese kann nur existieren wenn es eine Balance zwischen Eigentum und Kontrolle gibt. Das heutige Urheberrecht schafft ein Ungleichgewicht und schränkt dadurch unsere Kreativität, unsere Möglichkeiten und damit unsere Freiheit ein. Es behindert uns an unserer Entwickelung.Lessig versucht dem entgegen zu steuern und ruft mit Hilfe Gleichdenkender die CreativeCommons ins Leben. Sie sollen „keinen Angriff auf das Copyright darstellen“ sondern vielmehr eine Alternative (2). Eine Alternative, die  jedem „Schöpfer“ das Recht eingesteht vollkommen individuell und frei darüber zu bestimmen, welche Nutzungsrechte an seiner „Schöpfung“, er der Öffentlichkeit einräumen möchte. Ähnliches war zwar schon vor CreativeCommons möglich, jedoch nur durch ein juristisches Papier welches genau formulierte Nutzungsrechte enthält.Meist verbunden mit Anwaltskosten. Ein System, völlig ungeeignet für uns „Sharer“, „Liker“ , „Laien“ und „User“
CreativeCommons bieten eine praktikablere, dem Internet angepasste Lösung. Aus sechs verschiedenen und vorgefertigten Lizenzverträgen, kann „Schöpfer“ frei wählen und auf diese Weise über die rechtlichen Bedingungen zur Verbreitung seiner Schöpferischen Arbeit selbst bestimmen.(3)
Lessigs hat auf ein Problem eine Antwort gefunden, die zukunftsweisend ist! Keine Frage, CreativeCommons müssen weiterentwickelt und überdacht werden um sie von ihren „Kinderkrankheiten“ zu befreien. Als Beispiel sei hier das „Bastard-Problem“ genannt. Dieses Problem tritt auf, weil man ein neues, jedoch verändertes Werk unter derselben Lizenz wie das original Werk veröffentlichen muss. Eine Verknüpfung von verschiedenen Werken mit verschiedenen Lizenzen kann am Ende ein falsch lizenziertes Ergebnis ergeben (4).
Lawrence Lessig bringt überdies einen Missstand zum Vorschein: Viele unserer Gesetzte sind veraltet und können die Schwierigkeiten  und Anforderungen des digitalen Zeitalters nicht abfangen. Was uns damals schützen sollte, beraubt uns heute unserer Allgemeingüter und unserer Freiheit.
Und wie sagte Friedrich Schiller doch mal : „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“

 

Quellen:

1: Funke,Stefanie. 2012. Kapitel 11 The Future Of Ideas (Lawrence Lessig). In: Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle, hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer, 149–161. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos-Verl. S.150

2: Ebd. S.159

3: Creative Commons.de. Was ist CC?.http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/. Zugriff: 26.06.2014 17:27 Uhr

4: Wikipedia.de.Creative Commons,Kritik und Probleme.http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons. Zugriff: 26.06.2014 18:14 Uhr

Digitale Agenda – Wo bleiben die Geschichten Erzähler?

Projekt Zukunft: ein vielversprechender Name für die „Initiative der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung für die Berliner IKT-, Medien und Kreativwirtschaft“. Das Projekt ist sicherlich zukunftsorientiert und vor allem sehr fleißig es „erarbeitetet Strategien, […] baut Plattformen, […] initiiert Netzwerke, […] organisiert Austausch, […]“1 macht ein bisschen was mit Studien, Medien und sonst noch dies und das. Doch wofür eigentlich? Was ist die Vision dahinter?
Neben der Ankündigung des zweiten Fachdialogs zur intelligenten Vernetzung am 21.Mai verweist die Internetseite auf einen Link zum Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und zur Digitalen Agenda. Auf selbiger Seite ist ebenfalls ein Video hochgeladen, eine Pressekonferenz im Rahmen der ceBIT zum Thema Digitale Agenda 2014-2017.
Die Protagonisten sind:
  • Sigmar Gabriel, Bundesminster für Wirtschaft und Energie
  • Thomas de Maiziere, Bundesminister des Inneren
  • Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.
CeBIT-  Digitale Agenda- Referenten mit politischer Macht und Verantwortung… ich erwarte viel und bekommen was zu hören? Während Herr Gabriel das Publikum mit reichlich Zahlen füttert und vor allem die volkswirtschaftliche Bedeutung der Digitalisierung hervorhebt, konzentriert sich Herr de Maziere auf das kreieren banaler Vergleiche: Das Internet sei eine Verkehrsbahn. Meine persönlichen Daten ein Tagebuch, das besser in meiner Schreibtischschublade aufbewahrt werden sollte als in einer Cloud. Beide bedienen sich vieler netter Floskeln “soll geben“, “soll kommen“, “haben wir vor“, “haben wir schon erreicht“. Beide können aus dem steh greif dieses und jenes laufende Projekt nennen, Agenda hier Regierungsprogramm dort. Zum Ende seiner Ausführungen hat de Maiziere, sogar noch einen ganz vortrefflichen Plan: Ein Hausaufgabenheft will er erstellen, transparent soll es sein, Ziele soll es beeinhalten! Weitere Ausführungen dazu fehlen leider.
Was Jeremy Rifkin schon bei Obama richtig diagnostiziert hat, lässt sich auch bei unsren Politikern wieder finden: „ […] pausenlos Wörter und Sätze [absondern] aber keine Geschichte erzählen zu können.“2
All die genanten Projekte werden nicht zu einem großen Ganzen verwoben, doch ist dies, so Rifkin, von fundamentaler Bedeutung „ […] um die Geschichte einer neuen […] Vision für die Zukunft zu erzählen.“3
Einzig Herr Dobrindt besitzt das Potential dieses von Rifkin geforderte Narrativ zu entwickeln um, um die Programme und Worte herrum eine Geschichte zu bauen, eine Vision zu entwerfen und diese dem Volk zu vermitteln.
Werter Herr Dobrindt, auf Ihrem weiteren Weg alles Gute, ich habe Hoffnung in Sie!

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Digitale-Welt/digitale-agenda.html

 

 

 

 

Quellen:

1Autor unbekannt. In: Berlin.de – Projekt Zukunft.Das Projekt.http://www.berlin.de/projektzukunft/ikt-wirtschaft/internet/artikel/2-fachdialog-intelligente-vernetzung/Zugriff: 15.05.2014; 11:23Uhr

2Rifkin, Jeremy.Industrielle Revolution. Kapitel 2: Ein neues Narrativ, S. 46

3Ebd. S. 45

Peer-Produktion…das können wir auch!

Als Gegenentwurf zur industriellen Informationsproduktion nennt Benkler die soziale Produktion von Wissen. Die Beteiligung an der sozialen Informationsproduktion erfolgt in Form einer vernetzten Organisation, die als Peer bezeichnet werden kann. Eine Peer-Produktion ist demnach ein Zusammenschluss einzelner Peers, die unabhängig voneinander zu betrachten sind, jedoch als ganzes arbeiten und zur Informationsproduktion beitragen. Ein Zusammenschluss in Peers ermöglicht es Arbeitsteilig und damit effizient zu arbeiten. Je nach Aufgabe, kann diese in kleinere Teilaufgaben gesplittet werden, die auf die Mitglieder einer Peers verteilt werden. 

Als Kurs in der Uni einen gemeinsamen Blog zu schreiben, ist ein gutes Beispiel für Peer-Produktion. Aufgabe ist es eine Informationsquelle zum Thema „Kollaboration Im Internet“ zu erstellen. Derzeit ist diese Quelle nur für die Kursteilnehmer zugänglich, doch lässt sich das erarbeitete Repertoire an Wissen – übertreiben wir mal- Weltweit verbreiten.

Weiterhin erfüllt unsere Peer-Produktion auch den Aspekt der Arbeitsteilung. Die Aufgaben werden verkleinert und die Bearbeitung in die Hände eines Mitglieds gelegt. Umfassendere Arbeitsfelder werden gemeinsam erledigt. Jeder Peer Beteiligt sich aktiv am Aufbau der Informationsquelle.Jeder Peer hat, ähnlich wie bei Wikipedia, die Möglichkeit Blogposts zu vervollständigen oder zu kommentieren. Auf diese Art und Weise unterliegen Beiträge eines einzelnen Peers immer der „Kontrolle“ der Gruppe und fördern damit das Verantwortungsbewusstsein der Gruppe für ihre Peer-Produktion.

Quelle:

Schmaltz, Tilo. 2012. Kapitel 13 Vernetzte Informationsgesellschaft (Yochai Benkler). In:Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle, hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer, 174–181. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos-Verl.