Paradigmenwechsel laut Benkler-Die Information-

Pradigmenwechsel laut Benkler, so hieß der Titel meines ersten Blogeintrags.

In diesem Artikel habe ich den Paradigmenwechsel versucht zu beschreiben, der sich unter anderem durch den Vergleich von damaliger und heutiger Informationsproduktion erkennbar macht.
Wichtig war es mir in diesem Post klarzustellen, dass die heutige Informationsproduktion sich immer mehr von der industriell hergestellten Masseninformation entfernt und unabhängig macht.
Informationsproduktion ist heutzutage dank seiner durch das Internet ermöglichten Vernetzung individueller, freier teils transparenter.
Jedoch ist diese auch fehlerhafter aufgrund der unkontrollierbaren Massen an Beiträgen, die nicht alle auf ihre Richtigkeit geprüft werden können.
So erwähnt auch Kathrin Passig und Sascha Lobo in ihrem Buch Internet-Segen oder Fluch über die Weisheit der Vielen.
Die Vielen sind die Freiwilligen, besser gesagt die unbezahlten Freiwilligen, welche die Arbeit verrichten die zuvor von bezahlten Fachleuten erledigt wurden.
Motivation für die unzähligen freiwilligen Mitarbeiter ist Interesse am Thema, Spaß und der der Wunsch sich nützlich zu machen. Dieses von freiwilligen geschaffene Netzwerk ermöglicht den Nutzern freien unverbindlichen, schnellen Zugriff auf alle erdenklichen Informationen. Der Wandel der durch diese Vernetzung mit einhergeht, ist zum einem, dass die Weisheit des einen durch die Weisheit der Vielen ersetzt wird was zur Folge hat, dass viele Menschen in kurzer Zeit viel mehr Informationen sammeln können und sich gegenseitig informieren und korrigieren können, als ein Einzelner je in der Lage wäre.
Der zwischenmenschliche Austausch wird durch die Weisheit der Vielen, welche sich durch die Möglichkeiten die das Internet bieten, gebündelt.
So kann man das Eigentum „Information“ auch sehr gut auf den von Markus Franken verfassten Text „Teilen, Tauschen, Schenken“ beziehen indem er über die „Welle“ unserer Zeit spricht die uns alle zu mutigen Tauschenden und Teilenden macht.
Er beschreibt in seiner Arbeit, eine immerfort zunehmende Einstellung der Nutzer gegen unnötiges Privateigentum aber für nützliches geteiltes Eigentum und den Kreislauf des geben und Nehmens, Schenkens, Teilens und Tauschens.
Im Kontext der Informationsproduktion ist diese Grundeinstellung die sich zunehmend in den Köpfen der Leute manifestiert ausschlaggebend und absolut förderlich für den stattfindenden Paradigmenwechsel.

Um noch einmal die in meinem ersten Blogeintrag gestellte Frag aufzuholen: Ist Information nicht gleich Information?

Nein eindeutig nicht. Information ist abhängig von den Voraussetzungen der Informationsproduktion, bezogen auf Mitarbeiter, Kosten oder dementsprechend keine Kosten. Vor allem heutzutage in der unsere Gesellschaft sich bereits so sehr an die kostenlosen Informationen gewöhnt hat muss dieser Markt Rahmenbedingungen schaffen, damit unsere Informationen nicht an Wert verlieren, geistiges Eigentum geschützt und auch finanziell gewinnbringend sein könnte.
Das Seminar hat mein Bewusstsein geweckt für den derzeit gesellschaftlich stattfindenden Wandel.
Ich persönlich habe das Gefühl, dass dieser Wandel und die Möglichkeiten die durch ihn sich eröffnen absolut bereichernd sind für die Entwicklung des Individuums.

 

Quellen:
-Schmaltz, Tilo. 2012. Kapitel 13 Vernetzte Informationsgesellschaft (Yochai Benkler). In: Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle, hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer, S. 174-181. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos-Verlag

-Lobo, Sascha und Kathrin Passig. 2013. Generation Swimmy: Kollektive und Kollaborationen. In: Internet: Segen oder Fluch, 138-151. Bonn.

-Franken, Markus „Teilen, Tauschen, Schenken: Eine neue Kultur des Konsums“ (S. 249)

http://www.everyday-feng-shui.de/feng-shui-news/wp-content/uploads/2012/05/paradigmenwechsel2.png

 

Coworking ESDIP_Berlin- Coworking Space meets Art School

Ablenkung zu Hause durch Katze und Wäsche, eine Lösung muss her, das Café nebenan?
…oh! Coworking Space hört sich gut an, und scheint auf jeden Fall die Grafikdesignerin und Mitarbeiterin Marìa Lujàn des ESDIP Madrid begeistert und inspiriert zu haben.
„Wenn man in einer Bürogmeinschaft arbeitet, dann arbeitet man wirklich…daher mag ich sie!“
Eine ganz einfache Erkenntnis, die Marìa Lujàn auch noch mit anderen einsamen „zu Hause arbeitenden“ Kreativen teilte. Viele kreative Köpfe die nicht alleine arbeiten wollen und so eröffnete die ESDIP Madrid ein eigenes Coworking Space- das ESDIP_Berlin im Herzen Friedrichshains.

ESDIP (Escuela Superior de Dibujo Profesional) ist ursprünglich eine Kunstschule in Madrid was die Verschmelzung von Coworking Space, Event, Workshop und Ausstellungsraum des ESDIP_Berlin erklärt.

 

Das ESDIP_Berlin bietet seinen Nutzern auf 166m2 Wlan/fast DSL, 25 Arbeitsplätze, Farbdrucker, Beamer und eine Küche zu folgenden Tarifen an:
Das Flex Desk:
Während der Öffnunsgzeiten, kann jeder freistehende Tisch benutzt werden:
– Teilzeit Nutzung: 12 Tage/Monat: 95€
– Vollzeit Nutzung: kompletter Monat: 145€
– Tageskarte: 12€
Fix Desk:
Ein Tisch deiner Wahl, der reserviert wird für den Zeitraum der Nutzung:
– 1 Monat: 195€
– 1 Monat uneingeschränkter Zugang: 230€
Extras (Preise pro Monat)
Schließfach: €25
Parkplatz: €70
unbegrenzter Kaffee für €25 pro Monat!

ESDIP_bietet seinen Nutzern Raum sich mit anderen Experten privat, sowie auf Veranstaltungen des ESDIP auszutauschen, Projekte in den Räumen zu veröffentlichen und ihre Fähigkeiten bei Interesse im Rahmen der Workshops (Näh, Print, Design, Zeichen-Workshops uvm.), welche die Kunstschule des ESDIP_Berlin gegen ein Entgelt anbietet zu erweitern.

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Dieser Coworking Place bringt viele Vorteile mit sich. Der direkte Austausch mit anderen Experten kann für die eigenen Projekte sehr bereichernd und inspirierend sein. Aufkommende Probleme müssen nicht unbedingt stundenlang gegoogelt werden. Wenn man Glück hat kann man einfach seinen Coworking Space Nachbar nach einer Lösung fragen. Netzwerke werden geknüpft, Aufträge gemeinsam bearbeitet oder weitergegeben bei nicht passender Qualifizierung und keiner muss mehr vereinsamen.
ESDIP_Berlin vermittelt den Eindruck ein Ort zu sein, der kreatives Arbeiten fördert und gleichzeitig Raum für einen gemeinschaftlichen Austausch schafft.

 

Quelle:

http://esdipberlin.com/space/

 

TimeBanks- kann eine Bank ohne Geld funktionieren? Wie TimeBank eine neue Währung schafft- die Währung –Zeit-

Menschen helfen anderen Menschen aus den verschiedensten Gründen.
Die einen sind einfach gute Menschen, und helfen weil sie es als Selbstverständlichkeit sehen, andere helfen aus einem Pflichtgefühl, schlechtem Gewissen oder Mitleid heraus.
Und was bekommt der Helfende zurück?
Ein Danke, einen feuchten Händedruck, Glücksgefühle ausgelöst von der eigenen Guthaftigkeit.

Aber das kann doch nicht alles gewesen sein!
Das Haben sich wahrscheinlich die Erfinder von TimeBank gedacht.

Als Mitglied der TimeBank Community kannst du deine Hilfe vielmehr, deine Fähigkeiten anbieten und dadurch „Timecredits“ verdienen die du wiederum ausgeben kannst um selber Dienstleistungen zu erhalten.
Die Kommunikation findet über das Portal Timebanking.org statt.
Mitglieder können dort ihre Profile erstellen und sich untereinander Austauschen sowie ihren Service anbieten.
Durch das Portal wird ein Netzwerk unter den „Time sharenden“ Menschen geschaffen.
So beginnt die Verknüpfung erstmals im Netz und überträgt sich bei weiterem Kontakt auf die Realität und die Menschen aus der eigenen Stadt die ebenfalls Timebanker sind.
Das soziale Miteinander wird gefördert und keiner ist benachteiligt, da alle Timebanker ihre Credits durch das Timebanking System gutgeschrieben bekommen.

Was heißt, niemand hilft umsonst. Jeder bekommt seine Entlohnung in Timecredits.

Die Transaktionskosten, der Ware „Zeit“ in diesem Fall betragen gleich null.
Da die Vermittlung im Netz stattfindet, und jedes Mitglied kostenlos sein Profil erstellen kann, funktioniert diese Zeittauschbörse ohne materielles Kapital.

Ähnlich dem Informationsgut in Yochai Benklers vernetzte Informationswirtschaft, ist das Zeitgut nicht rivalitär, erzeugt keine Grenzkosten, stellt Input und Ouput zugleich dar und die Akteure sind nicht monetär motiviert.
Dadurch ist der Handel mit Zeit, beziehungsweise der Austausch von Dienstleistungen mit dem Gewinn und dem gleichzeitigen Verlust von Zeit ein unabhängiges System.
Zeit wird nicht schlecht, Zeit kommt nicht aus dem Trend und Zeit ist ein Gut das jeder besitzt und auf diese Weises kann jeder damit handeln unabhängig vom finanziellen Kapital.
Für die Vermittlung der Zeithandelnden ist das Netz zuständig was wiederum ohne Kosten verbunden ist.

Timebank schafft einen Markt, den jeder fähig ist zu bedienen. Menschen werden vernetzt, tauschen sich aus, bieten ihre Fähigkeiten an. Timecredits zu sparen und ganz nach Dagobert Duck anzuhäufen wäre bei TimeBank vielleicht eher ein Sonderfall. Das unterscheidet mal wieder das greifbare materielle Gut vom Servicegut, welches im Gegensatz nur ausführbar und vorstellbar ist.

Quelle:
http://timebanks.org/

Schmaltz, Tilo. 2012. Kapitel 13 Vernetzte Informationsgesellschaft (Yochai Benkler). In: Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle, hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer, S. 174-181. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos-Verlag

Paradigmenwechsel laut Benkler

Was hat sich denn nun tatsächlich verändert? Ist Information nicht gleich Information?

Und genau darüber spricht der Rechstwissenschaftler Yochai Benkler, dass die Informationen die uns heute zur Verfügung stehen keinesfalls mit den Informationen des 20. Jahrhunderts zu vergleichen sind.

Stellt man die Informationsproduktion des 20. Jahrhunderts der des 21. Jahrhunderts gegenüber erkennt man eine Veränderung auf sozialer und technologischer Ebene.

Im Vergleich zu vergangenen Zeiten sind wir was unsere Informationsproduktion angeht vielschichtiger, individueller und vor allem kostenlos.
Dies ist dadurch bestimmt, dass wir aufgrund des technischen Fortschritts „Internet“ alle die Möglichkeit haben uns zu jeder Zeit an jedem Ort an der Informationsproduktion zu beteiligen, mit anderen Informationsproduzenten zu vernetzen und auszutauschen.

Die industrielle Informationsproduktion die mit Produktionskosten, Planung und Investition verbunden ist wird nun schlagartig eingeholt von der vernetzten Informationswirtschaft.
Die vernetzte Informationswirtschaft hat die Vorteile, dass die Beiträge fern von jeglicher Massenproduktion an Individualität gewinnen und sich durch die Möglichkeit die das Internet bietet unabhängiger wird und sich von vorherrschenden kommunikativen Kontrollmechanismen loslösen kann.

Es ist nun nicht mehr die von Produktionskosten gelenkte industrielle Informationswirtschaft die uns als einziger Input dient, wir haben als Konsumenten nun auch die Freiheit Informationen der vernetzten Welt aufzunehmen und selbst ein Teil dieses Netzwerks zu werden.
Der Fokus liegt also nun nicht mehr auf eine industriell hergestellt „Masseninformation“ sondern vielmehr hat sich nun die Informatiosnproduktion auf die individuellere vernetzte Informationsproduktion verlegt.

Quelle:
Schmaltz, Tilo. 2012. Kapitel 13 Vernetzte Informationsgesellschaft (Yochai Benkler). In: Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle, hg. von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer, S. 174-181. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos-Verlag